Was ist ein Ziviltechniker?
Ein Ziviltechniker in Österreich ist eine staatlich befugte und beeidete Person, die auf technischen, ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Gebieten freiberuflich arbeitet. Der Begriff ist ein Überbegriff für Architekten und Ingenieurkonsulenten (Zivilingenieure). Sie planen Projekte, erstellen offizielle Gutachten und vertreten Kunden vor Behörden.
Aufgaben und Bereiche
- Planung und Beratung: Sie entwerfen Gebäude, Brücken, Straßen, Industrieanlagen oder Raumordnungen.
- Gutachten: Sie erstellen unabhängige und amtlich anerkannte technische Gutachten.
- Behördenvertretung: Sie dürfen ihre Auftraggeber vor staatlichen Ämtern vertreten.
- Urkundenbefugnis: Ihre Pläne und Dokumente tragen ein Siegel mit dem Bundeswappen und gelten als öffentliche Urkunden.
Ausbildung und Weg zum Beruf
- Studium: Abschluss eines relevanten Master-, Magister- oder Diplomstudiums (z. B. Architektur, Bauwesen, Vermessung).
- Praxis: Mindestens drei Jahre Mitarbeit in einem Fachbereich.
- Prüfung: Ablegung der staatlichen Ziviltechnikerprüfung und Ablegung des Eides.
Wichtige Besonderheiten
- Unabhängigkeit: Ziviltechniker arbeiten frei und unabhängig von ausführenden Firmen. Sie übernehmen im Regelfall keine direkte Bauausführung (wie es etwa Baumeister tun), sondern konzentrieren sich auf Planung und Überwachung.
- Gesetzliche Vertretung: Die Berufsangehörigen sind in der Kammer der Ziviltechniker organisiert.